Dienstag, 30. Juni 2015

Radio-Geschichte. 30. Juni:


Am 30. Juni 1961 starb der Radiopionier Lee de Forest. Er gilt als einer der Väter des Elektronikzeitalters und bezeichnete sich selbst als "Vater des Radios". Er promovierte 1899 in Yale mit einer Doktorarbeit über Radiowellen und entwickelte einen drahtlosen Telegrafenempfänger. 1902 gründete er die "De Forest Wireless Telegraph Company", aber wie viele andere seiner späteren Firmen scheiterte das Unternehmen an seinen mangelhaften kaufmännischen Fähigkeiten.

De Forest war überaus kreativ und ambitioniert, aber er erkannte oft nicht das wirtschaftliche Potenzial, das in seinen Erfindungen steckte. Während er an der Weiterentwicklung der drahtlosen Telegrafie arbeitete, erfand er das Audion, heute unter der Bezeichnung "Triode" bekannt. Mit dieser gasgefüllten Röhre ließ sich die Sprache beim Radioempfang verstärken. De Forest hielt das Gas für einen wesentlichen Teil des Systems. 1912 zeigten andere Ingenieure jedoch, dass die gleiche Triode im vollkommenden Vakuum viel höhere Leistungen erbringen konnte.

De Forests Leben war geprägt von Patentstreitigkeiten, Insolvenzen und vier Ehen. Für ihn waren das Radio und später auch das Fernsehen Medien, die helfen sollten, die kulturelle Vielfalt der USA in alle Haushalte zu bringen. Er ging auch selbst On Air - zuerst 1907 mit einem Gespräch zur Fruaenrechtsbewegung. 1910 strahlte er mit Aufnahmen von Enrico Caruso das erste Musikprogramm aus. 1916 baute er in seinen Nachrichtensender die erste Radiowerbung ein - für seine eigenen Produkte - und berichtete über die Präsidentschaftswahlen.

In den zwanziger Jahren arbeitete er am Tonfilm und verbesserte die Arbeit von deutschen Erfindern.
De Forest gründete die De Forest Phonofilm Corporation, konnte aber zu dieser Zeit niemanden in Hollywood für seine Erfindung interessieren. Einige Jahre später entschied sich Hollywood für ein anderes Aufnahmesystem, kam aber später auf die von De Forest entwickelte Technik zurück.
1959/1960 erhielt er einen Oscar für „seine bahnbrechende Erfindung, die den Ton in die bewegten Bildern brachte“, und einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Foto: PD

Quellen:

Montag, 29. Juni 2015

Radio-Geschichte. 29. Juni:


Am 29. Juni 1888 entsteht die erste erhaltene Musikaufnahme in Großbritannien: Colonel George E. Gouraud, Edisons Agent in London, nimmt Teile von Händels Oratorium Israel in Egypt, aufgeführt von einem fast 4000-stimmigen Chor, mit Edisons neuem Wachswalzen-Phonographen auf.

Erfunden hatte Edison das Gerät schon 1877. Ursprünglich war der Phonograph für Sprachaufnahmen gedacht - eine Art Diktiergerät. Der Phonograph bestand aus einem Schalltrichter mit einer Membran, die eine kleine Nadel trug. Diese berührte einen mit Wachs überzogenen Zylinder. Drehte man eine Kurbel, drehte sich der Zylinder und bewegte sich gleichzeitig vorwärts.

Wenn Edison nun in den Trichter sprach, schwang die Nadel im Takt der Schallschwingungen hin und her und grub eine wellenförmige Spiralrille ins Wachs. Brachte man nun die Nadel wieder an den Anfang der Rille und drehte erneut die Kurbel, erklang der hineingesprochene Schall - wenn auch höchst undeutlich und verrauscht - aus dem Trichter.


Wissenswertes über den Phonographen gibt es bei WAS IST WAS
Und bei Wikipedia

Foto:
EdisonPhonograph CC BY-SA 3.0

Sonntag, 28. Juni 2015

Radio-Geschichte 28. Juni:

Am 28. Juni 1940 strahlte NBC in Chicago die erste Folge der "Quiz Kids" aus.  Es war der Beginn einer 13jährigen Erfolgsgeschichte, die auch im Fernsehen ihre Fortsetzung fand. 

 Quizmaster Joe Kelly stellte in der halbstündigen  Sendung einer Gruppe von Kindern Fragen, die von Hörern eingereicht worden waren. Seine Assistentinnen Eliza Hickok und Rachel Stevenson recherchierten die richtigen Antworten.

Kelly betonte stets, dass er nicht sehr gebildet war und dass er ohne seine Moderationskarten keine einzige der Fragen hätte korrekt beantworten können. Dennoch führte er souverän und freundlich durch die Sendung und stellte die Kinder immer in den Mittelpunkt.

Das Rateteam der ersten Sendung bildeten der siebenjährige Gerard Darrow, Mary Ann Anderson, Joan Bishop, Van Dyke Tiers und Charles Schwartz. Die fünf Kinder waren aufgrund ihrer hohen Intelligenzquotienten ausgesucht worden. Sie mussten sich für die Wissenschaft interessieren und auf die Hörer sympathisch wirken. Sicheres Auftreten, Schnelligkeit und ein feiner Sinn für Humor waren weitere Kriterien für dieses Casting.

Die Rateteams wechselten jede Woche. Die drei besten Ratefüchse mussten sich in der folgenden Woche zwei neuen Herausforderern stellen. Die Verlierer der Vorrunden durften später auch wieder mitmachen. Spätestens mit Erreichen des sechzehnten Lebensjahres mussten die Quiz Kids aus der Sendung ausscheiden.
Im Lauf der Jahre wirkten hunderte von Kindern in der Sendung mit. Sie alle hatten eine durchschnittlichen Intelligenzquotienten von 160. Ruth Duskin war sogar auf einen IQ höher als 200 getestet worden. 1982 veröffentlichte sie ein Buch über die Quiz Kids.

Viele dieser Ratekinder sind später Berühmtheiten geworden, so zum Beispiel der Medizinnobelpreisträger James Watson, die Schauspielerin Vanessa Brown, der Schauspieler Robert Easton oder STAR TREK-Produzent Harve Bennett. Eine Liste in englischer Sprache über die Karrieren der Quiz Kids gibt es hier.

Historische Quiz Kids-Sendungen zum Nachhören sind hier zu finden.  Auffällig sind die Alkaselzer-Spots. Die Firma war Hauptsponsor der Sendung.

Quellen:


Foto: Postkarte von 1940 für die Hörer der "Quiz Kids"
Blue Network (NBC)/Alka-Seltzer (Public Domain)

Samstag, 27. Juni 2015

Radio-Geschichte 27. Juni:


Am 27. Juni 2005 führte WRAL-FM als erster kommerzielle Radiosender in North Carolina und als zweiter in den Vereinigten Staaten HD-Radio ein.

Dieses digitale Radiosystem wurde ergänzend zu DAB entwickelt. Ein Merkmal von HD Radio liegt darin, dass es im Gegensatz zu DAB nicht nur rein digital funktioniert, sondern auch als Hybridsystem gleichzeitig mit dem analogen Mittelwellen- und UKW-Rundfunk betrieben werden kann. Das System wird der Nutzung vorhandener Infrastrukturen und UKW Frequenzkapazitäten besser gerecht , allerdings steigt dadurch der Frequenzbedarf und es könnte zu Störungen von Nachbarkanälen kommen. In Europa ist auf UKW ein Kanalraster von 100 kHz üblich, während es in den USA 200 kHz sind. Insbesondere für bestehende Regionalradios stellt HD Radio eine kostengünstige Alternative zu DAB dar. Heute übertragen hunderte Radiostationen ihre Programme in den USA im digitalen Standard HD Radio nach ITU-Norm R-BS.1114-2 (Digital System C).

Seit Mai 2006 läuft in der Schweiz ein Feldversuch, um die Tauglichkeit für die europäischen Verhältnisse zu testen.

Am 25. Oktober 2007 startete Radio Regenbogen als erster Anbieter Deutschlands ein entsprechendes Pilotprojekt. Über die Frequenz 102.8 MHz wird der Rhein-Neckar-Raum neben dem Hauptprogramm auch mit den Formaten Regenbogen Gold und Regenbogen Comedy versorgt.

Quellen:

Freitag, 26. Juni 2015

Radio-Geschichte 26. Juni:



Der 26. Juni in der Geschichte des Radios:


Am 26. Juni 1933 wurde die erste Sendung "The Kraft Music Hall" auf dem NBC Radio Network ausgestrahlt. Damit begann Radiokult erster Güte. 16 Jahre lang - bis 1949 gaben sich in dieser Radiosendung die Topstars der damaligen Zeit die Klinke in die Hand.

Auch in der Geschichte der Rundfunkwerbung nimmt diese Sendung eine Sonderstellung ein. Kraft Foods war der erste Werbekunde, der ein zweistündiges Radioprogramm sponserte. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die meisten Sendungen damals gerade eine Viertelstunde dauerten, ganz wenige andere kamen auf 30 Minuten.

Kraft wollte mit dieser ersten Sendung sein neues Produkt "Miracle Whip" in den Markt einführen und setzte auf ein modernes und innovatives Musikprogramm. Die Musik stellte Paul Whiteman zusammen. Er war damals das, was wir heute einen Superstar nennen würden. Er hatte ein untrügliches Gespür für neue Trends und Strömungen in der Musik und erkannte rechtzeitig das aufkeimende Jazz-Zeitalter. Seine Entscheidung, in der Kraft Music Hall die besten Jazz Musiker auftreten zu lassen, brachte Jazz, Swing und Blues in der populären Musik einen gewaltigen Schritt nach vorne. Die Besten der Besten ließ er trotzdem nicht spielen. Weil ihm das Management verboten hatte, schwarze Künstler auftreten zu lassen, beschränkte er sich auf Arrangeure und Komponisten.

Am 2. Januar 1936 übernahm Bing Crosby Whitemans Aufgaben und blieb bis zum 9. Mai 1946 auf diesem Posten. Er füllte eine lange und große Epoche aus, und kein Nachfolger war in der Lage, in seine Fußstapfen zu treten. Edward Everett Horton, Eddie Foy und Frank Morgan moderierten von 1945 bis 1947.

Nelson Eddy übernahm die Show im Sommer 1947 und holte 1948 als Co-Moderatorin Dorothy Kirsten ins Boot. Zusammen gestalteten sie das Programm bis zur Einstellung der Sendung 1949.


Foto: Nelson Eddy  kündigt am 22. September 1949 das Ende der Kraft Musik Hall an. (Lizenz: J. Walter Thompson, ad agency for Kraft, the show's sponsor. PD)



 Eine ausführliche Geschichte der Kraft Musik Hall gibt es in der englischsprachigen Wikipedia.

Einige der historischen Sendungen können auf YouTube angehört werden. Zum Beispiel diese hier mit Paul Whiteman vom 30. November 1933:


Donnerstag, 25. Juni 2015

Radio-Geschichte 25. Juni:


 
Am 25. Juni 1960 strahlte der Österreichische Rundfunk ORF die letzte Folge der "Radiofamilie" aus. Die Radiofamilie Floriani war die bekannteste und beliebteste Sendung im Nachkriegsösterreich.




Am 25. Juni 1926  wurde Ingeborg Bachmann in Klagenfurt geboren. Die österreichische Lyrikerin und Schriftstellerin  gehörte der Autorenvereinigung "Gruppe 47" an. Neben Gedichten Erzählungen, einen Roman ("Malina", 1971), Essays und Übersetzungen schrieb sie auch Hörspiele für das Radio, so zum Beispiel "Ein Geschäft mit Träumen", das zuerst am 28. Februar 1952 ausgestrahlt wurde. 

Ingeborg Bachmann war 24 Jahre alt, als sie 1951 ihre Arbeit beim amerikanischen Besatzungssender Rot-Weiß-Rot als Sekretärin in der Nachrichtenabteilung begann. Im Herbst des gleichen Jahres wechselte sie ins Script-Department, die Hörspielabteilung des Senders. Bis zum Sommer 1953 schrieb sie elf Sendemanuskripte zur österreichischen Radio-Seifenoper "Die Radiofamilie", je zwei weitere entstanden in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen Jörg Mauthe und Peter Weiser.

Bachmanns Manuskripte zu den 15 Hörspielfolgen galten seit 1955 als vernichtet und wurden erst in den 90er Jahren im Nachlass ihres Kollegen Jörg Mauthe wieder entdeckt. Unter dem Titel "Die Radiofamilie" sind sie im Jahr 2011 im Suhrkamp-Verlag als Buch erschienen.

Ingeborg Bachmann schrieb noch andere Texte für das Radio, so zum Beispiel die 1954 bis 1955 für Radio Bremen geschriebenen "Römischen Reportagen" und die Hörspiele "Die Zikaden" und "Der gute Gott von Manhattan". Bachmann starb am 17.10.1973 in Rom.

Bildnachweise:

ORF-Logo (gemeinfrei)
Grafitti von Jef Aerosol am Musilhaus in Klagenfurt: Ingeborg Bachmann  (PD)

Mittwoch, 24. Juni 2015

Radio-Geschichte 24. Juni:

Der 24. Juni in der Geschichte des Radios:

Am 24. Juni 1924 trat in Spanien ein Rundfunkgesetz in Kraft. Die Sendestationen wurden in vier Kategorien nach Sendeleistung eingeteilt (höchstens 8 kW). Pro Sendestunde wurden fünf Minuten Werbung zugelassen.

Am 24. Juni 1933 wurde in Norwegen durch Regierungs- und Parlamentsbeschluss die "Norsk Rikskringkasting" (NRK) gegründet. Diese heute noch bestehende Anstalt ist nach wie vor für den öffentlichrechtlichen Rundfunk in Norwegen zuständig.

Am 24. Juni 1933 strahlte die niederländische Rundfunkgesellschaft "KRO" zum ersten Mal über den Sender "PCJJ" in Huizen ein Programm über Kurzwelle aus.

Am 24. Juni 1968 eröffnete die "BBC" den Lokalsender "Radio Leeds".

Am 24. Juni 1992 verstummte die Frequenz des Lokalsenders „Studio B“ in Dornach in der Schweiz. Der Verwaltungsrat erklärte den 64 Stimmberechtigten mit insgesamt 3849 Aktienstimmen an der Generalversammlung, dass auch im wirtschaftlich günstigsten Falle kaum Gewinne erzielt werden könnten. Der Antrag auf Einstellung des Betriebes und entsprechende Liquidation wurde mit 3521 Stimmen gut geheissen. Die Sender auf 100,8 und 107,6 Mhz wurden umgehend abgeschaltet.

Nekrolog:

Am 24. Juni 2005 starb Elmo Ellis im Alter von 86 Jahren an Krebs. Sein ganzes Leben hatte er dem Radio gewidmet. Von 1940 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1982 arbeitete er für WSB-AM und avancierte zur tragenden Säule dieses Senders. Als Programmchef und Geschäftsführer trug er dazu bei, der altgediente Radiostation (1922 gegründet)  in der Ära des aufkommenden Fernsehzeitalters einen modernen Anstrich zu geben und sie konkurrenzfähig zu halten. Er testete neue Formate mit Musik, Nachrichten, Wetter und Talk und brachte WSB auf die Erfolgsspur. 1996 wurde er von der Georgia Hall of Fame geehrt. Einen Nachruf in englischer Sprache gibt es bei findagrave.

Quellen: